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Konzert am  20. März 2009 in Nürnberg
von Dieter Burkard und Doris Nell

Innerhalb eines Jahres konnte ich vier Konzerte in Deutschland besuchen, nämlich in Nürnberg, Offenburg, Leverkusen und wieder in Nürnberg. Wir hatten die Sitze 1 und 2 in der ersten Reihe und saßen direkt vor Aaron. Nach meiner Meinung war das Konzert am vergangenen Freitag mit Abstand das beste Konzert, wenn man die vier Konzerte miteinander vergleicht. Alles war perfekt: die Stimmung, der Sound war prima, Roger hat viel erzählt, Aaron hatte einige neue Instrumente und es war ein wundervoller Abend vor Rogers Geburtstag.

Als Roger einige Minuten nach 20:00 Uhr auf die Bühne kam, wurde er vom Publikum sehr herzlich mit "Standing ovations" begrüßt. Kurz nach Roger betrat auch Aaron die Bühne und wurde ebenso herzlich begrüßt, so dass Roger
etwas warten musste, bis er beginnen konnte, "Take the long way home" zu spielen.

Nach dem ersten Titel begrüßte Roger das Publikum in Deutsch. Er sagte, dass er dieses Jahr 18 Konzerte in Deutschland gibt und damit begonnen hat, Deutsch zu lernen. In früheren Konzerten sagte er noch, dass er wünschte, Deutsch sprechen zu können.

Die Titel "Give a little bit", "Lovers in the wind" und "Hide in your shell" wurden anschließend perfekt gespielt. Ich wundere mich wirklich, wie Aaron and Roger es schaffen, eine derart hohe und konstante Qualität abzuliefern, owohl es ihr viertes Konzert innerhalb von fünf Tagen war!

Roger kehrte an den Flügel zurück und setzte sich, um "Oh brother" zu singen, wie es auf der Setlist stand. Diese lag bereits zu Beginn des Konzerts am Bühnenrand, so dass wir einen Blick darauf werfen konnten. Offensichtlich war "Hide in your Shell" recht anstrengend, da Roger erst einmal kräftig Durchatmen musste. Danach wollte er wissen, wer schon beim
letzten Konzert im Jahr 2008 in Nürnberg war. Viele Hände wurden in die Höhe gestreckt und Roger kündigte an, dass er nicht einfach die Titel des Vorjahres spielen möchte. Vielmehr möchte er für uns einen neuen Titel spielen, den er am Tag zuvor in München erstmals öffentlich gespielt hat.

 

Als Einleitung sagte Roger, dass "Liebe" für ihn sehr wichtig ist. Roger brachte seine "Angst", dass uns der Song nicht gefallen könnte, dadurch zum Ausdruck, dass er sagte: "Wenn ihr nicht klatscht, werde ich den Song nächstes Jahr nicht mehr spielen" und fügte hinzu, dass er manchmal darüber erstaunt ist was er so sagt. Es war ein besonderer Augenblick, als wir dem neuen Titel "Teach me to love again" zuhören konnten, einem wunderschönen, langsamen Stück mit gefühlvollen Saxophon-Passagen von Aaron. Als die beiden fertig waren, hielt die Ruhe im Publikum noch etwas an, da sich niemand auch nur einen einzigen Ton entgehen lassen wollte. Rogers "Angst" war völlig unbegründet: der Titel wurde vom begeisterten Publikum mit riesigem Beifall, der bestätgte, dass der neue Titel großartig ist, belohnt. Zu unserer (und
vermutlich auch Aarons) Überraschung, stand Roger auf, ging zum Keyboard und sagte, dass er den Titel noch einmal spielen möchte, aber mit einem anderen Instrument. Ich hatte das Gefühl, dass Roger sich trotz der Begeisterung des
Publikums dachte: "Wartet - das geht noch besser!". Das war wirklich ein unglaubliches Erlebnis. Wir haben nicht nur einen neuen Titel gehört, sondern wurden Zeuge von Rogers Spontanität, der der geplante Ablauf des
Konzerts weichen musste. Wir waren glücklich, den Titel ein weiteres Mal hören zu dürfen. Es gab erneut großen Applaus und noch bevor der dieser nachließ, ging Roger zum Flügel zurück. Kaum dass Roger Platz genommen hatte, fragte Aaron, ob er den Titel nun ein drittes mal singen möchte. Roger schüttelte den Kopf, was mit Lachen aus dem Publikum quittiert wurde. Als nächter Titel wurde "The more I look" vorgetragen..

Danach wurde "Easy does it" gespielt. Das Publikum, das zum großen Teil bereits im Vorjahr dabei war, kannte die Melodie offensichtlich noch, da das Mitpfeifen ohne Training sofort klappte. Als nächste Titel folgten "Sister Moonshine", "Rosie had everything planned" und "Breakfast in America", gefolgt vom wunderschönen "Along came Mary" mit Aarons fantastischem Flötenspiel.

Nach "The logical song" wurde das Konzert für eine ca. 25 minütige Pause
unterbrochen.

Die Show wurde mit "Child of vision", "Lord is it mine", "Soapbox opera" und "Even in the quietest moments" fortgesetzt. Nach "Don't leave me now" entwickelte sich "Dreamer" zum stimmungsmäßigen Höhepunkt des Konzerts. Das Publikum wurde immer ausgelassener und es wurde noch mehr mitgeklatscht. Keiner saß mehr auf seinem Platz und viele Besucher drängten nach vorne an die Bühne, wo sich das Konzert in eine Party verwandelte.

Eine geniale Version von "Fool's Overture" wurde vorgetragen und dabei lief Aaron zur Höchstform auf. Er durfte alle neuen Instrumente nutzen, die ihn umgaben. Was für eine Show!

Wenn ich die letzten Konzerte mit der DVD vergleiche, stelle ich eine kontinuierliche Steigerung fest. Es ist einfach unglaublich, wie Aaron von Konzert zu Konzert besser und besser wird. Auf der DVD spielte Aaron noch nicht einmal das Intro zu "Take the long way home" auf der Mundharmonika und jetzt bereichert er das Konzert in so vielfältiger Weise. Wenn er sein Tempo, immer mehr zu spielen, nicht reduziert, wird er nächstes Jahr vermutlich ein ganzes Orchester ersetzen können... Diese Steigerung hat das Publikum bemerkt und dafür liebt es Aaron.

 

Das musikalische Duo verliess die Bühne, um kurz darauf unter Beifallsstürmen zwei Zugaben zu geben. Als die beiden auf die Bühne zurück kamen, sang das Publikum "Happy birthday" für Roger, auch wenn es dafür eigentlich noch ca. 100 Minuten zu früh war. Ein großes weisses Banner mit der Schrift "Happy birthday Roger" wurde vor der Bühne entfaltet und kurz darauf an Roger übergeben. Dieser war sichtlich gerührt, sah sich das Tuch von beiden Seiten an und dankte dafür. Anschließend durften einige Kinder auf die Bühne klettern und sich mit Roger fotografieren lassen. Das habe ich
zuvor noch nicht gesehen. Was für ein großartiger Moment für die Kinder!

Zum Abschluss wurde noch "School" und "It's raining again" gesungen. Nachdem Roger und Aaron die Bühne verlassen hatten, warteten viele Besucher noch eine Weile vor der Bühne, wie im Jahr zuvor, als Roger zum zweiten Mal für
einen letzen Song auf die Bühne kam - leider nicht in diesem Jahr.

Es war ein einzigartiges Konzert, das wir nicht vergessen werden. DANKE!

 


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